Das Land Art Festival ist ein traditionsreicher Anlass, welcher bereits von 1999 bis 2018 in Grindelwald stattgefunden hat. Seit 2023 wird der Event durch Grindelwald Tourismus organisiert.
| Datum | 08.- 13. Juni 2026 | Die Objekte bleiben während des ganzen Sommers ausgeschildert. |
|---|---|
| Teilnahme | Die Teams für die diesjährige Ausgabe stehen fest. Bewerbungen für das Land Art Festival 2027 werden ab Ende Juni entgegengenommen. |
| Veranstaltungsort | Der neue Standort für die nächste Ausgabe wird im Frühling 2026 kommuniziert. |
| Entritt | Kostenlos |
| Thema | Im Vorfeld wird kein Thema definiert – die Werke entstehen spontan unter Einbezug der natürlichen Bedingungen dieser rohen Bergwelt. Gearbeitet wird mit einfachem Werkzeug und verbaut werden ausschliesslich Hilfsmittel, welche im Laufe der Zeit wieder mit der Natur verschmelzen. |
Künstlerinnen und Künstler 2026
Elf verschiedene Künstlerteams kreierten während der Land Art-Woche ganz unterschiedliche Werke - neu gibt es zudem ein Gemeinschaftsobjekt. Erfahre hier mehr über die Hintergründe.
Brigitta Backhaus aus Gummersbach / Deutschland studierte Kunst und Germanistik. Sie arbeitet mit pflanzlichen Materialien wie Zweigen oder Wurzeln und schafft daraus objekthafte Werke, die an Nester oder Gefäße erinnern sowie freie Formen. Seit 2015 gestaltet sie auch Landart-Installationen, die in der Natur verbleiben und wieder in den Kreislauf der Natur übergehen.
Inge Lager, Jahrgang 1974, begann als Landschaftsgärtnerin und entdeckte ihre Leidenschaft für Landart während ihrer Arbeit in der Waldpädagogik. Heute konzentriert sie sich auf künstlerische Arbeiten mit Naturmaterialien und schafft skulpturale Formen, die von der Natur inspiriert sind.
Zur Webseite von Brigitta Bachhaus: www.brigittabackhaus-nurnatur.de
Zur Webseite von Inge Lager: www.intotheweave.de
Jean-Louis Müller
Ich bin ein belgischer Künstler und Handwerker, der mit Weide und natürlichen Materialien arbeitet. Meine Arbeit ist geprägt von einer tiefen Verbindung zur Natur und einer Faszination für organisches Wachstum und Strukturen. Jede meiner Skulpturen wird von Hand geflochten und im Dialog mit der Landschaft geformt – geleitet von Wind, Rhythmus und Intuition.
Ich lebe nahe am Meer an der belgischen Küste, in einem selbstgebauten Wohnwagen, umgeben von Dünen, Wäldern und einem wachsenden Food-Forest-Projekt. Die meiste Zeit verbringe ich draußen – beim Weidenbiegen, Surfen, Formen erkunden und dabei, dem Material seinen eigenen Weg zeigen zu lassen.
Meine Arbeit mit Pflanzen begann Anfang zwanzig, zunächst in einer Baumschule und als Gärtner, bevor ich die Korbflechterei und die kreativen Möglichkeiten der Weide entdeckte. Die Grundlagen dieses Handwerks lernte ich bei einem Lehrer in den Niederlanden, der mich in das Wesen der Arbeit mit diesem lebendigen Material einführte. Diese Erfahrung eröffnete mir einen neuen Weg und prägt meine Herangehensweise bis heute.
Meine Inspiration stammt aus den Linien des Jugendstils, aus tribal geprägten Traditionen und der rohen Schönheit natürlicher Formen. Ich arbeite hauptsächlich mit lokal angebauter Weide von Familienbetrieben in Belgien und den Niederlanden. Für mich ist das Flechten ein meditativer Prozess – langsam, körperlich und ehrlich. Es ist eine Möglichkeit, Räume und Formen zu schaffen, die lebendig wirken, wo Handwerk, Natur und Vorstellungskraft aufeinandertreffen.
Mark und Rebecca Ford schaffen zeichnerische, geflochtene Werke aus gefundenen und selbst gezogenen Naturmaterialien im Bereich der Umweltkunst-Installationen.
Im Jahr 2004 gründeten sie Two Circles Design, eine künstlerische Partnerschaft, die monumentale, geflochtene Umgebungen für den öffentlichen und privaten Raum realisiert. Diese surrealen Installationen und vieldeutigen Skulpturen umfassen ein breites Spektrum traditioneller Fertigkeiten und Techniken. Die geflochtenen Kunstwerke treten direkt in Beziehung zur Umwelt und entstehen als halbpermanente Skulpturen, inspiriert von Samen, Pflanzenformen und dem Potenzial aller Dinge.
Beide teilen ein starkes Interesse an Archäologie, Geografie und den Geheimnissen der natürlichen Welt und greifen dabei auf alte Traditionen und Techniken der Weidenflechterei sowie der Waldpflege zurück.
Mark und Rebecca stellen regelmässig beim Glastonbury Festival, beim European Land Art Festival in Schottland, beim Talamh Festival in Südirland sowie beim Llano Earth Art Festival in Texas (USA) aus. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen ein 13 Meter hoher Weidenmann auf der Butser Ancient Farm (ein lebendiges Museum), eine riesige geflochtene mythische Kreatur für Creation Sur Le Champs (Kanada) sowie das Periwinkle Shelter im RSPB Medmerry Naturreservat (Grossbritannien). Auftragsarbeiten realisierten sie unter anderem für den South Downs National Park (UK), den National Trust (UK), den District Council von Chichester, die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), die Royal Horticultural Society (RHS), die Modemarke Burberry, Arundel Wetlands (UK), die Biennale von Venedig (Italien), das Grange Opera House (UK) sowie Farley Farmhouse and Gallery (UK).
Sie arbeiteten zudem mit zahlreichen Schulen und Hochschulen zusammen, schufen geflochtene und vergängliche Kunstwerke und leiten weiterhin kreative Workshops mit Gemeinschaftsgruppen.
„Umweltkunst hat die Kraft, die Art und Weise zu verändern, wie wir die Welt wahrnehmen.“
Ich begann 1980 in London als professioneller Künstler zu arbeiten, zunächst als Maler und Grafiker, wandte mich jedoch bald der 3D-Assemblage und Collage zu. Ab 1985 verbrachte ich längere Zeit in Afrika, Asien, Polynesien und Australien, wo ich bei lokalen Künstlern lernen konnte, die mir Techniken der direkten Stein- und Holzbildhauerei sowie der Mosaikkunst vermittelten. Meine Reisen finanzierte ich hauptsächlich durch gelegentliche Arbeiten auf Schiffen.
Seit 1993 bin ich teilweise im Süden Frankreichs tätig, wo ich eingeladen wurde, in einem Bildhaueratelier zu arbeiten und meine Arbeiten in Stein und Holz weiterzuführen.
Im Jahr 2005 begann ich zudem, Installationen in der Landschaft zu realisieren, wobei ich natürliche und/oder recycelte Materialien verwende. Seither arbeite ich intensiv in diesem Bereich und nehme an Land-Art-Veranstaltungen in vielen europäischen Ländern teil.
Mein Teamkollege in Grindelwald, Walter Fischer, war viele Jahre als Yachtkapitän tätig und ist zudem ein hochqualifizierter Techniker und Holzhandwerker, der mich bei mehreren Projekten unterstützt hat.
Francesco Lucatelli, bekannt als Molby, wurde 1977 in Carpineto Romano (Italien) geboren. Nach dem Besuch der Kunstakademie in Rom absolvierte er eine Ausbildung in Steinmetz Ornamentik und vertiefte sich in anatomische und proportionale Studien. Zwischen 2018 und 2023 sammelte er in Subsahara-Afrika Erfahrungen im Arbeiten mit Naturmaterialien und Lehmbau. Von 2020 bis 2024 nahm er an verschiedenen Kunstwettbewerben teil und realisierte Landart-Installationen, unter anderem bei Lugano sowie im Regionalpark Sirente-Velino. 2023 war er Artist in Residence bei Ledro LandArt und schuf dort Wood Spirit sowie Rinascita im Pinienwald von Cavareno (Trentino).
Georg Mann
Freischaffende Tätigkeit im Vogtland und in Halle/Saale
2020 - 2024 | Werkstattleitung an der HKD Burg Giebichenstein Halle, Fachgebiet Keramik/Kunst
2009 - 2011 | Meisterschlüler bei Prof. Bruno Raetsch
2002 - 2009 | Studium an der HKD Burg Giebichenstein Halle/Saale, Studiengang Bildhauerei bei Prof. Bernd Göbel, Abschluss Diplom 2009
1976 | Geboren in Vogtland
Sarah Hillebrecht
1971 | Geboren in Delmenhorst, Brd
1993 - 1996 | Ausbildung und Gesellenprüfung an der staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauerei Bischofsheim a. d. Rhön
2000 - 2005 | Studium und Diplom (bei Prof. Wolfgang Jonas) Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen
2004 | Auslandssemester an der Unitec, University Auckland, Neuseeland (Prof. Allan McDonald)
Einzel- und Gruppenausstellungen, Stipendien, Symposien und Künstlerresidenzen im In- und Ausland (Dänemark, Finnland, Norwegen, Russland, Taiwan, Australien, Türkei, Schweiz, Frankreich, Spanien, Niederlande)
2021 | Andreas-Kunstpreis der Stadt St. Andreasberg für "ergebenheit"
2022 | Sculpture Performance "von angesicht zu angesicht" Schlossmediale Werdenberg, Schweiz
2023 | 1. Preis "kunst am wasser" Kriebstein, mittelsächsischer Kultursommer
2024 | Stipendium und Präsentation "ohne grund" Wilke-Atelier Bremerhaven
2025 | 2-monatiges Aufenthaltsstipendium Artbellwald, Schweiz
Valerie Schürch, 1973 in Bern geboren, lebt und arbeitet in ihrer Heimatstadt. Nach einer ersten Laufbahn als Geomatikerin und einer Ausbildung zur Kleinkinderzieherin ist sie heute in der Administration eines Geomatikbüros tätig. Als kreativen Ausgleich bietet sie Workshops in Bern und Umgebung an und leitet LandArt-Wochen in Schwedisch-Lappland. Saisonale Naturdekorationen sowie ihre Postkarten verkauft sie inzwischen an eine feste Kundschaft.
Seit über zehn Jahren widmet sie sich der LandArt. Die Natur, wo sie Kraft schöpfen kann – fernab von Zivilisation und Ablenkung – ist ihre wichtigste Inspirationsquelle. In dieser Ruhe entstehen ihre vergänglichen Werke: spontan, prozessorientiert und im Einklang mit dem Ort.
Web: www.landundart.com
Insta: valerie_schuerch und valerie_schuerch_naturdeko
Facebook: Valerie Schuerch
Ivo Moosberger, 1974 in Zug geboren, ist Grafiker, Künstler und Abenteurer. Schon früh faszinieren ihn die Formen, Farben und Muster der Natur. Seit 30 Jahren ist er draussen unterwegs und schafft vergängliche Naturkunst, die er fotografisch dokumentiert. Daraus entstanden Ausstellungen, Bücher und Karten. Durch seine Vortragsreihe «Naturschauspiele» wurde er schweizweit bekannt. Während seiner zehnmonatigen Wanderung kreuz und quer durch die Schweiz latschte er vier Paar Wanderschuhe bis auf die Innensohlen durch und verlor neun Kilogramm Körpergewicht. Auf abgelegenen Landstrichen entwickelte er sich zum (Über-)Lebenskünstler und schuf unterwegs vielfältige Naturkunstwerke.
Web: www.naturschauspieler.ch
Insta: ivomoosberger
Facebook: Ivo Moosberger
Yann-Marie
An der Grenze zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten suche ich nach verbindenden Linien.
Als atypische Autodidaktin, getragen von einem Impuls des Zuhörens und der Langsamkeit, arbeite ich mit pflanzlichen Fasern wie mit einem lebendigen Gedächtnis. In meinem Ansatz wird das Flechten zu einer Form aktiver Meditation, ein Dialog zwischen Mensch, Pflanze und Landschaft. Keine festgelegte Form – nur jene, die aus der Begegnung und dem direkten Kontakt mit dem Material entsteht.
Ich erforsche die Korbflechterei als eine Weise, die Welt zu bewohnen – eine bescheidene und zugleich kraftvolle Kunst, die das Intime mit dem Kollektiven verbindet, die Geste mit der Erde, das Ursprüngliche mit dem Zeitgenössischen. Ich arbeite mit dem, was das Gebiet hervorbringt, und mit dem, was wir allzu oft übersehen.
Ich versuche, Formen zu schaffen, in denen Mensch und Natur nicht länger als Gegensätze erscheinen.
Irène
Für die Realisierung des in Grindelwald vorgeschlagenen Werks wird Yann-Marie von Irène begleitet.
Seit meiner Kindheit von den Bergen und den bäuerlichen Tätigkeiten geprägt, habe ich lange nach meinem Platz zwischen der inneren und der äußeren Welt gesucht. Von Reisen an die Grenzen der Welt bis zur Hüttenwartin in den Alpen hat sich mein Weg aus Horizonten und Begegnungen gewoben.
Heute erforsche ich die Verbindungen zwischen Natur und Innerlichkeit, zwischen Gehen und Meditation, zwischen Atem und Materie. Die Fasern begleiten mich – vom Löwenzahnstiel im Frühling bis zu den Waldreben im Winter. So durchschreite ich das Jahr im Dialog mit ihrer Geschmeidigkeit und Widerstandskraft, indem ich Materialien in Alltagsgegenstände verwandle. Behälter, die ersten Begleiter der Menschheit, zum Sammeln, Bewahren, Transportieren … und Teilen. Ich gehe im Rhythmus der Jahreszeiten voran, geleitet vom Wunsch, die Welt mit Einfachheit, Präsenz und Staunen zu bewohnen.
Onongua Enkhtur (*1994), geboren in der Mongolei, arbeitet seit 2019 mit Fokus auf Land Art und Textilkunst. Ihr nomadischer Lebensstil und die enge Verbindung zur mongolischen Natur und Kultur prägen ihre Werke. Mit Techniken wie Stricken, Weben und Mixed Media setzt sie sich mit der Einfachheit und Authentizität der nomadischen Philosophie auseinander. Ulziibat Enkhtur ist eine mongolische Performance-Künstlerin mit Wohnsitz in der Schweiz. Ihre Arbeit umfasst Tanz, Gesang, visuelle Kunst und interaktive Performances. Sie ist Mitglied der von Onongua gegründeten Neg-Uudel-Gruppe und initiierte das „Essence Performance Art Project“, das interkulturelle Kunst an entlegene Orte bringt.
Heidi Bernet (* 1986, CH) hat in Gstaad (CH) ihre Ausbildung zur Floristin absolviert. Ihre Liebe zur Natur brachte sie zurück nach Grindelwald, wo sie erfolgreich während 10 Jahren ein Blumengeschäft führte. Die Kunst einer Floristin besteht darin, aus nichts ein Kunstwerk zu zaubern. Die Liebe zu den Blumen führte sie zur Landart. Aktuell stehen zwei Kinder in ihrem Lebenszentrum, die Leidenschaft zur Natur ist geblieben.
Erwin Bernhard (*1963, CH) ist Baumschulist und verwandelt als selbständiger Gartengestalter mit seinem kleinen Team seit 30 Jahren bestehende und neue Gärten in grüne Oasen. Sein landwirtschaftlicher Betrieb mit Wald wurde durch seine Leidenschaft für die Fauna und Flora zu einem Kleinod und einem Refugium für Vögel und Amphibien.
Als erfolgreiches Team haben Heidi Bernet und Erwin Bernhard an verschiedenen Landart-Festivals in der Schweiz und im Ausland teilgenommen, unter anderem in Grindelwald und Montreal.
Die 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6ba aus Liestal absolvieren aktuell ihr letztes Primarschuljahr vor dem Übertritt in die Sekundarschule. Am 16. und 17. Juni 2025 unternahmen sie ihre Abschlusreise nach Grindelwald. Während ihres Aufenthalts arbeiteten sie gemeinsam am kreativen Gemeinschaftsobjekt, welches den Baum am Eingang des Land Art-Pfades schmückt. Nun sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen, das entstehende Werk weiterzugestalten und ihren eigenen Beitrag zu diesem gemeinschaftlichen Naturkunstobjekt zu leisten. In den zwei Kisten hinter dem Baum befindet sich verschiedenes Material und Werkzeug - wir freuen uns auf Ihren kreativen Beitrag! Bitte beachten Sie, dass ausschliesslich Material verwendet werden darf, welches innert weniger Jahre wieder mit der Natur verschmelzen kann (keine Nägel, Kunststoff, Farbe oder ähnliches).
Installationen 2025
Die friedvolle Stimmung dieses besonderen Ortes im Wald mit seiner weichen Moosdecke und den wunderschönen Farnen inspirierte uns dazu, eine Nest-Installation zu gestalten. Im Nest fühlt man sich geborgen, beschützt, findet ein Zuhause, findet Frieden. Bei unserer Arbeit legen wir Wert darauf, nur die Materialien, die wir vor Ort finden, zu verwenden und die Natur möglichst unberührt zu lassen. Nach der Fertigstellung übergeben wir unser Werk wieder dem Kreislauf der Natur.
Mit diesem Land Art-Konzept haben wir ein Hotelzimmer inszeniert – gestaltet aus und inmitten der Natur. Eine gerahmte Szene lädt uns ein, innezuhalten und die Verbindung zwischen Innen- und Aussenwelt zu erleben. Der Sessel, verspielt geformt aus Holz und ausgekleidet mit weichem Moos, lädt zum Verweilen ein. Die Tischdecke ist aus Farnen geflochten, zart und lebendig. Eine gebogene Astlampe trägt eine ausgekernte Orange als Leuchtkörper – ein Licht, direkt aus der Natur entnommen. Im Hintergrund entdecken wir einen zusammengerollten Schweizer Bären, als sei er ein Besucher von draussen – neugierig und friedlich. Hier setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie viel wir der Natur entnehmen, um unsere inneren Lebensräume zu gestalten – Dinge, die künstlich hergestellt, aber von der natürlichen Welt inspiriert sind. So zeigt sich, wie das Außen mit dem Innen verschmilzt. Wir haben ein Wohnzimmer erschaffen – mit einer ganz besonderen Aussicht. Mit besonderem Dank an das Hotel Kreuz & Post für seine Unterstützung und Inspiration.
Wie ein Fluss sich seinen Weg sucht, suchen und gehen wir alle unseren eigenen Lebensweg: Zögerlich und langsam, schnell, schwungvoll und kurvenreich, geradeaus und mit Umwegen, bergab und bergauf, langweilig und abwechslungsreich. Jeder Mensch in seinem eigenen Fluss.
Das Leben ist nicht immer im Gleichgewicht.
Geometrische Konstruktion, rational-logisches Denken.
Eine Metapher für eine sich entwickelnde Idee – einen existenziellen Weg. Die Idee wächst und bewegt sich im Raum: in vertikalen und horizontalen Linien, in Binärcodes – Ausdruck eines dualistischen, menschlichen Denkprozesses.
Allein der Ort hat das Thema und die Form dieser Arbeit bestimmt.
Am Fuße der Klippe steht ein Wesen auf einer kleinen Erhebung. Das Wesen richtet seine Aufmerksamkeit auf die Umgebung. Es blickt sich um. Sein Kleid aus Farnen verweist auf die besondere Natur Grindelwalds. Im Inneren des Wesens liegt ein Haufen Steine. Das Wesen ist vergänglich. Mit der Zeit wird nur der Steinhaufen zurückbleiben – und neues Moos wird darüber wachsen.
Seit langer Zeit im Gletscher verborgen – könnte dies das Feriendomizil des legendären, geheimnisvollen Geistes sein? Aus Zweigen errichtet, roh und wild – ein Rückzugsort fernab der Zivilisation. Ein Ort zum Ausruhen, nach all der harten Arbeit; den Wilderern auf der Spur und für Ordnung sorgend in Grindelwald.
Als Gegensatz zum «Steinmännchen» entstehen «Steinweibchen». Symbol für Geschwisterlichkeit, Weiblichkeit, Gleichwertigkeit und Freiraum. Brücke und Leerraum gleichzeitig. Die Natur als Bühne und Resonanzraum. Langsam im Wald spazieren, schauen, ankommen, der Bach rauscht, innehalten, atmen, wahrnehmen, die Vögel zwitschern, das Moos riechen, den Stein spüren, abwägen, positionieren. Die Steine zum Tanzen bringen. Demütig die Leere in den Mittelpunkt stellen.
Weaving the World's Mane beginnt mit der fortlaufenden Erforschung der Natur durch die Kunst des Künstlers Onongua Enkhtur. Das Projekt entwickelt sich durch eine Reihe von Materialien und Ausdrucksformen, die in der Absicht wurzeln, sich wieder mit dem Land zu verbinden. "In Grindelwald, eingebettet in die reiche Artenvielfalt der alpinen Berge, haben wir uns entschieden, mit Gras zu arbeiten - üppig, wild, lokal und im Überfluss vorhanden. Die grünen Wiesen, Bergblumen und bewaldeten Hänge der Region bieten nicht nur optische Schönheit, sondern auch ein tiefes Gefühl der Harmonie mit der natürlichen Welt. Wir danken Mutter Erde, dass wir durch die Grindelwald-Land Art mit ihr zusammenarbeiten dürfen. Das Weben wird in diesem Zusammenhang zu einer einfachen, instinktiven Geste - ein symbolischer Akt der Verbindung. Es stellt ein menschliches Bemühen dar, mit der Natur zu kommunizieren, ihre stillen Rhythmen und vielfältigen Formen anzuerkennen. Dieser Akt lädt zum Nachdenken über den Wert dessen ein, was wir oft übersehen: Gräser, Blätter und so genannte „unbedeutende“ Dinge, die in Wirklichkeit für die Ganzheit der natürlichen Welt wesentlich sind. Für diese Installation haben wir örtliche Gräser gesammelt - grün und getrocknet - und sie zu fließenden Formen geflochten, die wie ein Wasserfall von den Bäumen herabhängen. Auf diese Weise ehren wir die unsichtbaren Fäden, die die Natur zusammenhalten, und feiern die stille Schönheit der Natur.
Die Installation „Mountain Jellyfish“ greift in die Naturlandschaft von Grindelwald ein – eine Kulisse, geprägt von mächtigen Bergen und uralten Gletschern, die einst unter dem Meer lagen. Inspiriert von diesem geologischen Gedächtnis lassen die Objekte an Quallen denken, die im Wald zu schweben scheinen, und verwandeln den Ort in eine Unterwasserszene – Meereswesen, die für einen Moment an jenen Ort zurückkehren, der einst der ihre war. Gefertigt aus natürlichen Materialien aus der Umgebung, schlagen diese luftigen Formen eine Brücke zwischen der alpinen Gegenwart und einer versunkenen Vergangenheit. Gleichzeitig richtet das Werk den Blick in die Zukunft der Landschaft und erinnert daran, dass sich die Erde ständig verändert. Vielleicht werden die Quallen eines Tages tatsächlich zurückkehren – wenn die Wandlungen des Planeten ihnen erneut den Weg ebnen.
Installationen 2024
Inspiriert durch den besonderen Ort, die Lütschine im Hintergrund und die Steine und Felsbrocken entlang des Weges wuchs im Schaffensprozess die Idee, aus den vor Ort gefundenen Fichtenzweigen «Steine» zwischen Steinen entstehen zu lassen. Als Hilfsmittel diente uns lediglich eine Rosenschere, um die Zweige zurecht zu schneiden. Die fünf «Pebbles», die aus den miteinander verflochtenen und ineinander verwundenen Zweigen entstanden sind, wirkten trotz ihrer teilweise beachtlichen Grösse filigran, was im Kontrast zu den Steinbrocken steht, zwischen denen sie ihren Platz gefunden haben.
Natural Collagen
Das Objekt stellt zwei verbrannte Kriegsstädte sowie zwei grosse Figuren dar und symbolisiert die Wichtigkeit des gemeinsamen Austauschs: «You better talk before».
Mit meiner Kunst möchte ich zum Ausdruck bringen, wie sich die Natur bis zum Verrottungsprozess in der Kunst fortsetzen kann.
Wünschen wir uns nicht alle, leicht und schwerelos durchs Leben gehen zu können? Vielleicht nicht ständig aber doch von Zeit zu Zeit?
Genauso schweben unsere Waldwesen «leicht & schwerelos» über die Lichtung. Sie laden ein zum Verweilen, Entdecken und Mitschweben in Leichtigkeit.
Elfen und Feen tanzen gerne bei Dämmerung an geheimen Orten in der unberührten Natur. Doch die Orte, wo sie dies ungeniert und unbeobachtet tun können, werden immer seltener. Eine neue, junge Generation dieser zauberhaften Naturwesen legt nun ihre Schüchternheit ab und wagt den Schritt in die Öffentlichkeit. Speziell für «LandArt Grindelwald» haben sie einen Tanz einstudiert, mit dem sie auf den Schutz der Natur und die Belange aller Naturwesen aufmerksam machen möchten. Die meisten noch im Schutze eines «Nests», dass wir ihnen als Bühne bereitet haben. Doch einige Nestflüchter trauen sich auch schon weiter heraus, um den verloren gegangenen Kontakt mit den Menschen wieder aufzunehmen.
In einem sensiblen Verdichtungsprozess werden Findlinge in eine grazile Form der selbsttragenden Überspannung gebracht. Das grazile Ausbalancieren dieser Steine braucht viel manuelles Gespür. Indem jeder Stein permanent dem Erdmittelpunkt zufallen möchte, entsteht ein sich ausgleichendes Kräfteverhältnis, das eine gewisse Stabilität und Festigkeit darstellt.
Aus zwei Steinmännchen wird ein Steinweibchen. Sich begegnen und zuneigen, weil man sich mag, trifft man sich. Sich berühren, sich anlehnen, sich stützen und stärken im gemeinsamen Neuen. Brücke und Leerraum gleichzeitig. Das Fehlende und das zu Erwartende in Balance. Fülle und Bereicherung sind Raum durch Zusammenhalt. Stein und Stein.
Nähe und Ferne. Reden und Schweigen. Augenblick und Ewigkeit. Gestern und Morgen. Schicksal und Machsal. Wurzel und Flügel. Körper und Seele. Stille und Lärm. Stein und Stein.
Das Aufkommen der sozialen Netzwerke und die Verbreitung der Informationskanäle haben dazu geführt, dass es immer schwieriger wird, Räume für sich selbst zu schaffen. «Conexiones neuronales» lädt den Betrachter ein, in die Natur zurückzukehren, um das Denken zu aktivieren. Auf diese Weise entsteht ein Dialog zwischen dem Betrachter und dem Werk, dem Werk und der Landschaft und schließlich zwischen der Landschaft und dem Betrachter, fernab vom Lärm und nahe der Stille.
Mooswurzeln, die aus den Waldboden wachsen.
Die Bäume kommunizieren untereinander durch die Mykorrhiza – die Symbiose aus Pilzgeflecht und Baumwurzel, die den Bäumen erlaubt, sich untereinander auszutauschen. Welche Informationen teilen sie miteinander? Im Wald gefundene moosige Äste auf dem Boden zu einem Wurzelgespräch eingegraben.
Horizont als erfassbarer, sichtbarer Rand unserer direkten Umwelt. Zum Horizont hin erstreckt sich die Landschaft. Vom Horizont her schüttet sich die Umwelt aus, fliesst um mich, durch mich.
Die Arbeit knüpft an das letztjährige Thema an und führt es weiter. Es interessiert sich für das Erkennen und die Erfahrung unserer Umwelt, den Raum in dem wir integriert sind, die Gleichzeitigkeit vor und jenseits des Horizonts.
Das Verhältnis zu unserer Umwelt im Allgemeinen steht im Zentrum meiner Arbeiten. Es ist wichtig eine Beziehung zu dieser Umgebung, diesem Umfeld, dieser Landschaft zu schaffen, weil wir damit in einem stetigen Austausch sind ; Fluss und Rückfluss.
Installationen 2023
Einst, vor nicht allzu langer Zeit, als das Internet nur ein Wort war und Smartphones sowie soziale Medien noch nicht erfunden waren, kommunizierten wir auf eine andere Art und Weise. Und wir haben es geschafft uns zu finden, zusammen zu sein, ganz zu sein. Das während dem Land Art Festival entstandene Web handelt von diesem Moment. Melancholie, Melancholie...
Diese Installation ist ein Statement für Pazifismus, das aus lokal gesammelten Steinen besteht. Das Symbol besteht aus einer Kombination der Buchstaben „N“ + „W“ (NO WAR). Es ist inspiriert von dem 1958 von Gerald Holtom entworfenen Friedenssymbol, das die Buchstaben „N“ und „D“ in der Flagge als Zeichen darstellt und das offizielle Symbol der Kampagne für nukleare Abrüstung ist. Mit diesem Werk hinterfragt die Künstlerin die Rolle von Symbolen in unserem kollektiven Bewusstsein. Könnten neue Symbole den Menschen helfen, anders über die Welt zu denken? Die Künstlerin regt uns zum Nachdenken an – über eine Welt, in der Konflikte und Nationalismus stetig zunehmen.
Vegetation auf stetiger Suche nach Gleichgewicht. Äste streben gegen das Licht mit dem Drang den leeren Raum auszufüllen, bis zum Horizont und weiter. Auch wir Menschen wollen immer weiter, über den Horizont; ein Übergang ins Andere. Andreas Spitteler lenkt mit seiner Arbeit das Bewusstsein des Publikums auf die eigene Position und die Umgebung, die Umwelt, in der wir uns befinden.(«Horror vacui» lat.: Angst vor dem leeren Raum). Hängender Ast mit Gabelung, ein Teil horizontal schwebend. Feinere Äste sind in den grösseren eingelassen, füllen den Raum aus. Das Ganze dreht sich um die eigene Achse.
In unserer erfolgsorientierten Welt sind wir konditioniert, alles zu planen und vorher zu bestimmen. Doch manchmal ist es wichtig, Dinge ohne konkreten Plan spielerisch anzugehen. Oder seine ursprüngliche
Idee aufzugeben und sich ganz auf die aktuelle Situation einzulassen und seiner Intuition zu folgen. In diesem Sinne ist die Installation nicht das Ergebnis einer vorgeplanten Idee, sondern das Resultat einer spielerischen Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen. Eine spontane Reaktion auf das, was gerade ist und was wir in diesem Augenblick wahrnehmen.
Alle haben eine zweite Chance verdient, sogar ein Weihnachtsbaum.
2.25 Quadratmeter heimischer Boden.
Der akustischen Umgebung angepasst, ändern sich die drei Stationen des Kunstwerkes in ihrer Dichte und Intensität. Der Erlenpromenade entlang ertönt die Strömung der Weissen Lütschine unterschiedlich stark, da die Natur die Klänge filtert. Das ursprünglich geplante Hilfsmittel, die Schnur, wurde in der Entwicklung
zum Hauptelement des Kunstwerkes. Die Baumgruppen schaffen eine Räumlichkeit, sie sind Teil des Kunstwerks. Die Fäden betonen diese Räumlichkeit, aber auch die Verbindung zwischen den Bäumen, die in der Natur über die Wurzeln besteht. Gleichzeitig erinnern sie an Saiten.
Wurzelgeflecht um einen Baum. Die Bäume kommunizieren untereinander durch die Mykorrhizen - das sind unterirdische Pilz und Pflanzgeflechte, die den ganzen Waldboden bedecken. Dieses unterirdische Geflecht der Wurzeln und Mykorrhizen wird in dieser Installation sichtbar gemacht. Auf dem Waldboden liegende, mit Moos überwachsene Äste und moosige Holzstämme aus der Umgebung, sind zu einem Netz aus Mooswurzeln geworden.
| Habitat | Nadelwald |
| Nahrung | Tannzapfen |
| Alter | Unerforscht |
Unterstützer des Festivals
Herzlichen Dank an alle unsere Partner und Sponsoren, welche wesentlich zur Durchführung des Land Art Festivals beitragen.