Die aktuelle Umfrage zur Tourismusakzeptanz zeigt: Der Tourismus ist in Grindelwald mehrheitlich akzeptiert und seine wirtschaftliche Bedeutung wird klar anerkannt. Gleichzeitig werden hohe Besucherfrequenzen in Spitzenzeiten von einem Teil der Bevölkerung als Belastung wahrgenommen.
Grindelwald Tourismus hat die Themen Gästesensibilisierung und Besucherlenkung in den vergangenen Jahren gezielt verstärkt. Dazu gehören die Kampagne «We take care» in Zusammenarbeit mit der Bauernvereinigung Grindelwald, ein weiterentwickeltes Gästeleitsystem sowie die Grindelwald Assistance in den Sommermonaten.
Zur Kampagne
Grundhaltung gegenüber dem Tourismus
59 Prozent der Befragten stehen dem Tourismus eher positiv gegenüber, 30 Prozent eher kritisch. Die Auswirkungen werden insgesamt ausgewogen beurteilt: 45 Prozent bewerten diese eher positiv, 43 Prozent eher negativ. Damit zeigt sich eine tragfähige Ausgangslage.
Bedeutung
Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Tourismus wird deutlich anerkannt. 88 Prozent sehen ihn als wichtig für den finanziellen Wohlstand, 87 Prozent für zusätzliche Wertschöpfung in lokalen Betrieben und 85 Prozent für Arbeits- und Ausbildungsplätze. 84 Prozent halten ihn zudem für wichtig für den Erhalt und die Belebung des Wohnorts.
Auch im Alltag zeigt sich eine positive Wahrnehmung: 64 Prozent sagen, der Tourismus sorge für ein attraktives Freizeit- und Kulturangebot, 60 Prozent beschreiben ihre persönlichen Begegnungen mit Gästen als positiv, und 71 Prozent sind stolz darauf, dass Grindelwald für Gäste aus aller Welt attraktiv ist.
Saisonale Einordnung
Die saisonale Betrachtung zeigt ein differenziertes Bild. Im Frühling empfinden 39 Prozent der Befragten das Besucheraufkommen als eher zu hoch, im Sommer steigt dieser Wert auf 89 Prozent. Im Herbst liegt er bei 50 Prozent, im Winter bei 51 Prozent. Während sich der Belastungsdruck damit vor allem auf die Sommermonate konzentriert, zeigen Herbst und Winter eine ausgewogenere Wahrnehmung.
Herausforderungen & Chancen
Im Sorgenbarometer nennen 56 Prozent «Tourismus und Besuchsaufkommen», 55 Prozent «Verkehr und Infrastruktur» sowie 54 Prozent «Wohnraum und Mietpreise» als zentrale Themen. In den Detailaussagen sehen 93 Prozent höhere Miet- und Immobilienpreise als Belastung, 92 Prozent eine Belastung von Infrastruktur, Strassen und öffentlichem Verkehr und 81 Prozent eine hohe Umweltbelastung durch den Tourismus.
Chancen
Herausforderungen
Zur Methodik
Die Ergebnisse beruhen auf einer Online-Befragung im Rahmen der Trackingstudie von Schweiz Tourismus. Für Grindelwald wurden 343 auswertbare Online-Interviews erhoben; die Befragung fand vom 3. bis 22. März 2026 statt. Gemäss Angaben der Agentur wurden 1’710 Haushalte angeschrieben, was einem Rücklauf von rund 20 Prozent entspricht. Nach Einschätzung der Agentur erlaubt diese Stichprobengrösse belastbare Aussagen für Grindelwald. Die Auswertung erfolgte durch das inhabergeführte und unabhängige Marktforschungsinstitut INNOFACT. Die Befragung ist zudem Teil eines breiteren Prozesses der Tourismussensibilisierung, wie ihn Schweiz Tourismus und die Regional Tourism Alliance auf nationaler Ebene vorantreiben. Bei Fragen oder Interesse an weiteren Einblicken in die Studie kann gerne eine E-Mail an pm@grindelwald.swiss gesendet werden.